Kehren andere Besen besser?

 

Geht es dir auch manchmal oder sogar recht oft so, dass du irgendwie das Gefühl hast, mit deinen Kindern oder in der Erziehung etwas falsch gemacht zu haben? Dein Kind hat ständig Ärger oder es ist traurig, benimmt sich mal wieder daneben oder hat keine Lust in die Schule zu gehen?
Dann kommt es hoch, dieses komische Gefühl begleitet vom Gedanken, versagt zu haben und es ändern zu müssen. Warum ist das ausgerechnet bei meinem Kind so? Bei anderen klappt das doch auch. Sind das einfach bessere Mütter?

Oder du bist überzeugt davon, dass du den richtigen Weg für dein Kind gewählt hast und dann kommt jemand, der es ganz anders macht und schon kommt sie wieder an die Oberfläche – deine Unsicherheit.

Dazu kommt vielleicht auch der Druck von allen Seiten. Oma, Schwiegermama, andere Eltern, die Schule und die Gesellschaft…. jeder hat seine Ansichten und möchte diese vertreten, jeder meint, dass es so oder so richtig sein müsse und dass es dann damit viel besser ginge. Ob das nun Omas zweifelnder Blick ist, oder die Ansagen aus der Schule, die Bemerkung der Nachbarin oder des Fremden im Supermarkt. All das verunsichert und gibt Müttern das Gefühl, „schuldig“ zu sein, wenn wir es nicht schaffen, uns davon abzugrenzen.

 

Mein Schuh oder dein Schuh? Das ist hier die Frage….

 

Es werden dir Verantwortungen und Urteile übergestülpt, die gar nicht deine sind und die nicht zu dir gehören. Das Ganze wird dann auch noch so mit Nachdruck praktiziert, dass man am Ende tatsächlich glaubt, verantwortlich oder sogar „schuldig“ zu sein. Und hier liegt der „tödliche“ Punkt. Es entsteht auf uns Mütter ein Druck, ein ungutes Gefühl und mitunter schaffen wir es nicht, zu realisieren, dass dies alles gar nicht zu uns gehört und nichts mit uns zu tun hat. Wir wollen es einfach schnell los werden, dem, der es äußert erst einmal Genüge tun und machen unser Kind, oft ziemlich unbewusst, verantwortlich. Als Letzter der Kette ist unser Kind dem Ganzen gegenüber aber völlig machtlos ausgeliefert. Und kann gar nicht verstehen, woher die Reaktion der Mutter plötzlich kommt. Hier können wir verstehen, warum es dann darauf mit Wut, Angst, Schweigen, Zumachen oder was auch immer reagiert.

Ein typisches Beispiel für „Verantwortung abwälzen“ ist die Schule. Oft werden von dort Aufgaben und Probleme, die eigentlich im Verantwortungsbereich der Schule liegen, auf die Eltern übertragen.
Da heißt es: Das Kind ist unmotiviert, lernt nicht, kaspert rum oder vergisst viel. In den meisten Fällen tritt die Schule an die Eltern heran und fordert dort ein, dass diese sich darum kümmern mögen. Sie sollen zu Hause kontrollieren und Druck machen, schauen, dass das Kind dann aber in der Schule funktioniert.
Doch liegt es nicht viel mehr im Bereich der Schule dafür zu sorgen, dass dort ein Ort entsteht , wo Kinder gerne hin kommen, gerne lernen und es Freude macht zu sein? Dann sind Kinder doch auch motiviert und wollen nichts anderes als ihr Bestes zu geben. Wie willst du dein Kind zu Hause für etwas motivieren, was keine Freude macht und wo dein Kind jeden Tag hin MUSS. Wo es vielleicht Dinge gibt, von denen du zu Hause gar nichts weißt? Dagegen kommst du zu Hause nicht an. Da ist überhaupt nicht möglich. Du kannst kontrollieren, meckern, bestrafen, dagegen wirst du nicht ankommen.

Mal abgesehen davon, dass Schule primär auch nicht deine Aufgabe ist. Schule ist Sache der Schule und deines Kindes. Du bereitest den Raum, die Grundlagen, aber „tun“ muss es dein Kind. Du kannst unterstützen und auch mal Hilfe anbieten, aber du kannst nicht die komplette Verantwortung dafür übernehmen. Das hätte dann nämlich zur Folge, dass sich alle darauf ausruhen. Dein Kind übernimmt keine Verantwortung für seine Dinge, weil es nicht muss und auch nicht kann, weil du es nicht lässt. Die Schule muss sich nicht kümmern, da es ja viel einfacher ist, die Eltern verantwortlich zu machen.

 

Alte Hüte, die wir fühlen……die uns aber nicht mehr dienen….

 

Wenn du dir mal genau überlegst, was du dir für die Zukunft deines Kindes wünschst, dann gehört doch sicher dazu, dass es für sich selbst Verantwortung übernehmen kann. Dass es seine Dinge selbst regeln kann. Lernen kann es das aber nur, wenn es das jetzt auch darf. Du tust also auch deinem Kind nichts Gutes, wenn du dich für alles verantwortlich machen lässt.

Bei dem Thema Verantwortung gilt es also genau zu prüfen, wo sie eigentlich hin gehört. Manchmal ist das gar nicht so einfach zu erkennen, durch den Schleier unserer alten Gefühle. Lehrer und Schule und nicht selten auch die Eltern waren in unserer eigenen Kindheit oft Autoritäten, vor denen wir mitunter auch Angst hatten, denen wir uns vielleicht auch machtlos gegenüber ausgeliefert fühlten, die uns verunsicherten. Werden wir nun von der Schule für das Verhalten oder die Leistungen unseres Kindes zur Rechenschaft gezogen, schnippt die alte Kinderunsicherheit wieder zu, und schon sitzen wir in der Schuldgefühle-Falle. Also schau genau hin, worum es eigentlich geht und was du wirklich damit zu tun hast oder auch überhaupt nicht. Denn wenn z.B. die Chemie zwischen Junior und der Lehrerin einfach nicht stimmt, ja so etwas gibt es, weil auch Lehrer Menschen sind mit Persönlichkeitsmerkmalen, dann nützen dir deine Schuldgefühle sehr wenig. Dann wirst du es einfach nicht ändern können, sondern kannst lediglich dein Kind darin stärken, mit dieser Situation umzugehen, aus der es letztlich viel für das Leben lernen kann.

 

Spieglein,  Spieglein an der Wand, du hast es selbst in deiner Hand…..

 

Ich weiß, dass es manchmal nicht so einfach ist. Dann sieht man bei dem Nachbarsmädel, wie toll sie das alles macht. Und schon ist sie wieder da, die Unsicherheit. Habe ich wirklich den richtigen Weg gewählt? So hätte ich es doch auch gern für mein Kind….Warum geht es bei uns so nicht….. Ja es entsteht sogar oft ein Gefühl der Scham oder des Versagens.

Genau das ist es aber, was Müttern den Blick trübt für das innere eigene Gefühl,was sie ja, man kann wirklich sagen von Natur aus, haben. Durch den ständigen Druck von allen Seiten, vergessen wir auf unser Bauchgefühl zu hören und es überhaupt einzusetzen.

DU bist die Mutter! DU weißt, was für dein Kind am besten ist und auch dein Kind wird dir deutlich zeigen, womit es ihm gut geht und womit nicht. Auch Verhaltensauffälligkeiten können ganz deutliche Zeichen dafür sein, dass von deinem Kind etwas verlangt wird, was es nicht bereit zu akzeptieren ist. Und selbst wenn es etwas gibt, was für 10 Kinder passt, so kann es für dein Kind dennoch anders sein. Also hör hier genau hin, was dein Kind dazu meint.

Diese ständigen Fremdbeeinflussungen schaden euch und stressen dich, dein Kind und die ganze Familie und eure Beziehung zueinander. Statt dem ganzen Druck von außen immer wieder Gehör zu schenken, ist es viel wesentlicher, das Vertrauen in dich und zu deinem Kind zu stärken und in Erfahrung zu bringen, was eure Wünsche, Bedürfnisse, Möglichkeiten aber eben auch Begrenzungen sind.

Du kannst es ändern, indem du in jeder Situation, wo du dich ungut fühlst, schaust, woher die Schuldgefühle kommen, wer oder was sie verursacht und ob sie wirklich berechtigt sind. Wenn du das für dich heraus gefunden hast, dann liegt es an dir, dich deutlich abzugrenzen und auch deine Meinung zu vertreten, das gilt sowohl gegenüber der Schule, in der Großfamilie, gegenüber allgegenwärtiger Meinungen in der Gesellschaft und deinem Umfeld.

 

Wenn Du Unterstützung dabei brauchst, mit deinen Schuldgefühlen umzugehen, ihren Ursprung zu entlarven oder dich unsicher dabei fühlst, ob Forderungen Dir gegenüber gerechtfertigt sind oder nicht, dann kann dir mein Elterncoaching helfen. 

Für mehr Informationen...

Klicke hier!

Zu guter Letzt wünsche ich dir eine gute Portion Gelassenheit mit der du dich auch mal entspannt zurück lehnen und dir bewusst machen kannst, dass du die höchste Autorität in deinem Leben bist und dass du dir, deinem Gefühl, deiner Intuition und deiner Meinung vertrauen kannst. Und sei dir gewiss, zum Mensch- und Muttersein gehört auch, dass wir nicht perfekt sein können, dass wir Fehler machen (müssen) und dass es in aller erster Linie darum geht, dass es dir, deinem Kind und deiner Familie gut geht – ganz egal, was Andere dazu sagen.

KeepCool
Daniela

 

P.S. Ich freue mich über deine Meinung und Erfahrungen!

Lektorat: Almut Switalla