Viele von Euch kennen das Phänomen des Underachievements: die erwartungswidrigen Schulleistungen Eurer Kids, deren schulische Leistungen weit unter dem liegen, was man aufgrund ihrer hohen Intelligenz erwarten würde.

Wie kann man gut und hilfreich mit dieser Situation umgehen? Ich beschreibe hier sechs Punkte, an denen Ihr ansetzen könnt. In meiner Beratungspraxis hat sich folgende Reihenfolge für viele Familie als zielführend erwiesen:

 

  1. Stärkung des Familienlebens durch gelingende Kommunikation

Die Familie ist der Ort, für den Ihr verantwortlich seid. In der Familie habt Ihr die größten Einflussmöglichkeiten. Deshalb mein Tipp: startet hier!

Macht es Euch gemütlich: als Familie mit Euren Kindern, mit Eurem Partner und auch allein. Als Anregung könnt Ihr von mir kostenlos den Impuls „Nichts geht mehr: oder Zeit für Tiefkühlpizza“ bestellen.

Wichtig für ein positives Familienleben ist auch eine gelingende Kommunikation. Wie Ihr hilfreich reagieren könnt, wenn Euer Kind ein Problem hat, erfahrt Ihr hier.

Außerdem startet am 19. Mai 2017 ein neuer Online-Kurs „Wie sagt ich´s meinem Kind – gelingende Familienkommunikation“, in dem es auch darum geht, wie Ihr als Eltern Eure Bedürfnisse kommunizieren könnt. Wer sich für weitere Informationen dazu interessiert, kann sich hier unverbindlich anmelden.

 

  1. Treffen mit Gleichgesinnten (als Familie, als Eltern, nur die Jugendlichen)

Es tut gut, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Das fängt bei dem Gefühl an, dass es anderen Menschen genauso ergeht, dass sie ähnliche Gefühle und Probleme haben und den Eindruck des „Andersseins“ kennen. Wie vielen Eltern, Familien und Jugendlichen hat es schon geholfen, mal das Gefühl zu haben, „passend zu sein“, Menschen zu treffen, die ähnlich wie sie selbst ticken!

Deutschlandweit bieten die verschiedenen Regionalvereine der Deutschen Gesellschaft für das hochbegabte Kind e.V. und Mensa in Deutschland e.V. Treffen für Hochbegabte an. Ebenso gibt es lokale Hochbegabtenvereinigungen und –gruppen (Suche z.B. im Begabungslotsen).

  1. Außerschulische Begabungsförderung in Familie und Freizeit

Bei der außerschulischen Begabungsförderung habt Ihr eine deutlich größere Einflussmöglichkeit als bei der schulischen Begabungsförderung.

In diesem Zusammenhang sind mir noch einige Hinweise sehr wichtig:

  • Möglicherweise interessieren sich Eure Kinder nicht (sonderlich) für die Bereiche, für die sie eine besondere Begabung haben.
  • Auch hochbegabte Jugendliche wollen manchmal einfach nur mal ausruhen und chillen.
  • In der Beratung hatte ich schon öfter den Fall von verzweifelten Müttern und Vätern hochbegabter Kinder und Jugendlicher, die die Situation ihres Nachwuchses nur sehr schlecht ertrugen. Im Gespräch zeigte sich dann in vielen Fällen, dass die Eltern selbst als Kinder und Jugendliche nicht mit ihrer Hochbegabung wahrgenommen wurden und sich für sich selbst eine viel stärkere Förderung ihrer Begabungen gewünscht hätten. Für ihre eigenen Kinder hatten sie sich fest vorgenommen, alles in ihrer Macht stehende zur Begabungsförderung zu tun. Und dann stellte sich heraus, dass ihr Nachwuchs ganz andere Wünsche, Interessen und Bedürfnisse hatte als sie als gut meinende Eltern!

Wer gerne weitere Tipps und Anregungen zu den verschiedenen Bereichen der Begabungsförderung in Freizeit, Hobby und Familie hat, fordert sie unverbindlich hier an.

 

  1. Schulische Begabungsförderung

Sich auf die Suche nach individuell passenden Möglichkeiten der schulischen Begabungsförderung zu machen, bietet sich insbesondere an den Übergängen und Schnittstellen an, die sowieso vom (Schul-)System vorgegeben sind:

 

Auch im schulischen Kontext gilt:

  • Möglicherweise interessieren sich Eure Kinder nicht (sonderlich) für die Bereiche, für die sie eine besondere Begabung haben.
  • Auch hochbegabte Jugendliche wollen nicht alle (immer) Spitzenleistungen erbringen (selbst wenn sie es könnten).
  • Wahrscheinlich gibt es die „ideale“ Schule für Euer hochbegabtes Kind nicht.
  • Wenn Ihr für Euch als Eltern gerne das Abitur erreicht hättet und gerne ein Studium absolviert hättet, muss das nicht für Euer Kind das Richtige sein!

 

 

  1. Übernahme von Eigenverantwortung durch die Jugendlichen

Das Ziel von Euch als Eltern bei der Erziehung und Begleitung Eurer Kinder durch Kindheit und Jugend ist ja, dass sie zu selbständigen und reifen Erwachsenen werden und die Verantwortung für ihr Leben selber sinnvoll übernehmen.

Diese Verantwortungsübernahme muss regelmäßig in den Bereichen trainiert werden, in denen die Jugendlichen dazu schon fähig sind.

Gerade wenn es um das Thema Interessenausübung und Begabungsförderung in Schule, Freizeit und Familie geht, ist es sehr sinnvoll, die Jugendlichen sukzessive mitentscheiden zu lassen.

Besonders für Jugendliche, die sich im Underachievement befinden (also als Minderleister geringere Leistungen erbringen, als ihrer Intelligenz nach zu erwarten wäre) hat sich eine Beschäftigung mit der eigenen Zukunft, mit den eigenen Wünschen, Träumen und zukünftigen Perspektiven bewährt. Dazu bietet sich ab Klasse 8 eine Berufs- und Zukunftsorientierung an, die sich speziell an begabte Jugendliche wendet. Bei Interesse, schaut mal auf meiner Seite nach http://www.leben-mit-hochbegabung.de/Beratung/

 

  1. Befriedigung der eigenen Bedürfnisse und Verfolgung der eigenen Interessen und Begabungen durch die Eltern

Im Laufe der Jahre werden unsere Kinder immer reifer und damit auch unabhängiger von uns. Einerseits ist das natürlich schön (und als sie kleiner waren, haben wir uns genau das auch oft gewünscht). Andererseits hinterlässt es auch eine gewisse Leere.

Dies ist genau der richtige Zeitpunkt, dass Ihr Euch wieder vermehrt um Euch, Eure Bedürfnisse, Interessen und Ideen kümmert.

Hierfür gibt es gute Gründe:

  • Wenn es Euch gut geht, könnt Ihr Euch auch besser um andere kümmern. Gerade im Chaos rund um Hochbegabung braucht man starke Nerven!
  • Wenn Ihr Euch um Euch kümmert, könnt Ihr die Entscheidungen Eurer Kinder besser mittragen. Ihr schafft es so eher, ihnen Verantwortung zu übertragen für Bereiche, für die sie schon Verantwortung übernehmen können.
  • Und gerade unter dem Aspekt der Begabungsförderung ist Euer positives Beispiel ganz wichtig: wenn Ihr Euren Interessen, Neigungen und Begabungen nachgeht und dafür einiges tut und auf Euch nehmt, ist das das beste Mittel (nämlich die Vorbildwirkung) für Eure Kids!

 

Wer von Euch sich täglich etwas Gutes tun will, ist bei der kostenlosen OnlyYouMama Schokoladenwoche bei Daniela Strube vom 3. bis 9. April 2017 genau richtig!

 

Lasst Euch versichert sein, es gibt Wege raus aus dem Chaos und dem Underachievement: genau wie hier beschrieben, haben wir den Weg als Familie auch mit unseren hochbegabten Kindern gefunden.

 

Lasst es Euch gut gehen!

Eure Kerstin

Kerstin Bausewetter

Kerstin Bausewetter

 

 

Kerstin Brausewetter unterstützt Familien und Lehrer mit hochbegabten Jugendlichen dabei, Wege aus dem Chaos zu finden und gut mit Hochbegabung zu leben.

Als Pädagogin hat sie dabei den Blick auf die Gesamtpersönlichkeit des Jugendlichen, auf sein Wohlbefinden und auf seinen individuellen Lern- und Erfahrungsweg. Als Mutter von zwei hochbegabten Söhnen ist ihr das positive Zusammenleben in der Familie wichtig. Dies wird unterstützt durch eine gelingende Kommunikation, bei der die Bedürfnisse aller Familienmitglieder berücksichtigt werden. Mehr über Kerstin findest du HIER!

 

P.S. Ein ganz persönlicher Tipp von mir ( von meinen Jungs und als Familie mehrfach getestet) zum Thema Treffen mit Gleichgesinnten für die Kids und die Eltern, für außerschulische Förderung und Unterstützung ist das Bildungscamp Christes e.V.

KeepCool
Deine Daniela

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