Es gibt da den schönen Spruch: Hinterher ist man immer schlauer.

Ja, das stimmt sogar, doch warum soll ich nicht aus meinen eigenen Erfahrungen heraus, die sich in der Arbeit mit meinen Klientinnen immer wieder bestätigen, anderen Tipps geben und Mut machen können?

 

Manchmal fällt es einem, durch einen kleinen Denkanstoß, schon wie Schuppen von den Augen. Auch die Erfahrung, dass es anderen genauso ergeht, kann schon sehr hilfreich sein und Mut machen, etwas zu verändern.

 

Genau diese Denkanstöße möchte ich dir heute geben. Ich werde auch ein paar von den Dingen ausplaudern, die ich erlebt habe. Ich denke, dir könnte davon sogar einiges bekannt vorkommen.

 

Der erste große Fehler:

 

Von anderen reinreden lassen.

 

Mit viel Hingabe und Nachdruck machen das oft Leute, die gar keine Kinder haben. Aber da sind wir uns sicher einig, die können wir gleich raus lassen. Keine Frage, sie meinen es sicher auch nur gut. Doch sollte man wirklich nur Tipps und Ratschläge geben, wenn man sich wirklich auskennt und eigene Erfahrungen sammeln konnte.

 

Die Nächsten, die mir da einfallen, sind die Großeltern, vorzugsweise die Großmütter.

Ich kann mich sehr gut an eine Situation erinnern, als mein Großer so ca 3 Wochen alt war. Ich habe voll gestillt und hatte vor, es auch weithin zu tun. Alle Stillmuttis wissen, dass es ab und an zu Tagen kommt, an denen die Kleinen mehr Hunger haben und die Natur erst „nachregeln“ muss. Heißt, Junior hatte öfter Hunger. Bei Oma kam diese Botschaft aber so an: Oh Gott…das Kind ist kurz vorm Verhungern und Mama merkt es nicht. Also wurden sämtliche Proben von Babynahrungsherstellern gesucht und ein Fläschchen gemacht. Das Ganze ging nochmal gut aus, denn Junior war eingeschlafen, bevor das Fläschchen fertig war ?

Das Problem war ZUNÄCHST gelöst.

Im Nachhinein betrachtet, war die Situation ganz klar.

Die junge Mutter, also ich :-), wusste aus dem Bauch heraus genau, was für ihr Kind das Richtige war.

Klar, auch Oma meinte es nur gut. In der Regel wollen sie die Muttis auch nur unterstützen, doch das endet meist so, dass die junge Mutti zunächst verunsichert ist und später sogar oft verärgert. Nicht selten entstehen Familienkonflikte.

 

Ich musste tatsächlich zeitweise meine Vorgehensweise verteidigen.

Dadurch, dass ich mir wirklich anfangs habe viel rein reden lassen, entwickelte sich sich daraus eine Gewohnheit. Es wurden von allen Seiten ständig ungefragt Ratschläge erteilt und es wurde versucht, diese sogar durchzusetzen. Was sich, als es auf die Pubertät zu ging, noch zuspitzte. Spätestens da gingen die Meinungen von mir, Großeltern, Vater, Lehrer usw. ständig auseinander. Ich finde das auch gar nicht schlimm. Jeder hat seine Erfahrungen und seine Meinung zu verschiedenen Dingen. Aber hier geht es um MEINE Kinder.

Deshalb musste eine Lösung her.

 

Für mich gab es nur eine. Nur ich als Mutter habe diese Verbindung zu meinen Kindern. Nur ich spüre, was für sie am Besten ist. Also hieß es, sich darauf zu besinnen und entsprechend zu handeln.

Alles was meine Kinder angeht, habe ich versucht, nach meinem Gefühl zu handhaben. Gerade als sie pubertierten war das gar nicht so einfach. Trotz der vielen Bedenken von außen, habe ich ihnen viel Vertrauen geschenkt und sie darin bestärkt, eigene Entscheidungen zu treffen. Ich versuche bis heute, ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, aber niemals ungefragt.

 

Ich glaube, das ist der Schlüssel, um diesen Fehler von Anfang an zu vermeiden.

 

Egal, wer kommt und ungefragt Ratschläge erteilt und ständig „reinredet“, der meint es meist nicht böse, ganz im Gegenteil. Doch muss man zunächst nicht jeden Rat annehmen.

Ich höre mir sie an und denke dann darüber nach. Mache aber auch freundlich aber bestimmt klar, wenn ich anderer Meinung bin.

Mein Extra-Tipp bei Großeltern: verspreche ,dass du fragst, wenn du ihre Hilfe brauchst. Und tue es natürlich auch. Wenn ihr den Weg, zwischen nach Rat und Hilfe fragen und auch freundlich und bestimmt ablehnen können, findet, haben alle wirklich viel gewonnen.

 

2. Dem Druck von außen nachgeben

 

Eine gutes Beispiel hierfür ist eine meiner Klientinnen. Sie beklagte sich bei mir über den täglichen Stress. Sie fühlte sich völlig überfordert. Jeden Tag hat sie nach der Arbeit (ganztags!!!) irgendwelche anderen Programmpunkte mit ihrem Kind. Kindersport, Fahrradfahren, Schwimmen, Spielplatz, Frühförderung, Musik usw. Sie hatte sich täglich 2h vorgenommen. D.h., es war schon Abend bis sie nach Hause kamen und dann kochte sie und schmiss, als Junior im Bett war, noch den Haushalt.

Ich sagte ihr, dass ich das viel zu viel finde und das es Wahnsinn ist, was sie da macht. Das war ihr auch irgendwie klar, doch sie meinte, wenn sie das nicht täte, hätte sie das Gefühl, keine gute Mutter zu sein.

Sie selbst ist völlig überfordert und ihr Kind kommt abends sehr schlecht zur Ruhe und ist manchmal sogar aggressiv. Auch weiß sie, dass es auch für ihr Kind nicht gut ist. Trotzdem hat sie diesen Druck, der ihr das Gefühl gibt, diese Dinge tun zu müssen. Schließlich machen das alle tollen Mütter so. Es gibt kaum andere Gesprächsthemen unter Müttern, jede oder viele möchten , dass ihr Kind die bestmögliche Kindheit bekommt und alle Möglichkeiten offen hat.

 

Doch bietet man seinem Kind eine „bestmögliche Kindheit“ und alle Möglichkeiten für die Zukunft, indem man es von einem Termin zum anderen schleppt?

 

Auch hier gilt wieder: Du bist die Mutter und du weißt, was für dein Kind das Richtige ist. Man muss nicht alles mitnehmen, was angeboten wird. Schau, was möchte dein Kind wirklich, was macht ihm Spaß und lass es auch Dinge ausprobieren. Achte auch darauf, was für dich möglich ist, zeitlich, finanziell usw. Kinder müssen nicht zwangsläufig alles haben.

 

Wenn im Moment nichts dabei ist, was es mag, Bitteschön, dann wird einfach zu Hause mit den Bausteinen gespielt. Und das geht auch mal prima ohne Mama.

Oder bei den Pubis darf es dann durchaus auch mal der Computer sein. Auch dort können sie tatsächlich Interessen entwickeln 😉

 

Es geht auch umgekehrt. Manche Kinder haben tatsächlich sehr umfangreiche Interessen. Allerdings finden sie diese nicht, wenn wir sie frühzeitig jeden Tag woanders hinschleppen, sondern mit der Zeit von ganz alleine.

Einer meiner Junioren z.B. ist so einer. Für ihn war Freitag der schönste Tag. Er ging damals in die 5. Klasse. Nach der Schule hatte er eine gute Stunde Zeit, dann ging er von da aus gleich zur Percusionsgruppe und anschließend nahtlos zu den Pfadfindern. Nun tat sich für ihn in dieser einen Stunde Pause, die Möglichkeit auf, den Schachkurs der Schule zu besuchen. Seine Lehrerin wollt ihm das nicht erlauben, weil sie wusste, das er anschließend noch so viel zu tun hatte. Das war für Junior die Katastrophe. Er war völlig außer sich. Also bin ich natürlich in die Schule und habe das geklärt und er meinte dann:“Mama, Freitag ist der schönste Tag“ .

War auch viel, aber der Grund ein ganz anderer.

Was ich damit sagen möchte: sie finden ihren Weg, wenn wir sie lassen und nicht, wenn wir dem Druck von außen nachgeben.

Eine gute Mutter möchte ich für mein Kind sein und nicht für andere. Deshalb muss ich auch nicht tun, was andere tun, sondern das, was gut für uns ist.

 

3. Anderen alles recht machen zu wollen

 

Auch ich hatte dieses Bild der perfekten Frau und Mutter im Kopf.

Hübsch, frisch gestylt , gut gekleidet, gesundes Essen vorbereitet und ,wenn Papa nach Hause kommt oder Oma unverhofft klingelt, glänzt alles und Baby schläft satt, zufrieden und wohl duftend in Mamas Arm. Ach genau und möglichst sollte sie natürlich auch ihrem Job gewissenhaft nachgehen.

Ich glaube, ich muss dir jetzt nicht erzählen, wie es bei mir wirklich war 😉 . Ich denke, du weißt was ich meine. Wer das wirklich durchziehen wollte, so wie ich, weiß, dass das nicht lange gut geht. Ich habe, wie so viele andere Mütter auch, wirklich alles gegeben. Um dann das Selbe festzustellen, wie die meisten meiner Mitstreiterinnen, das funktioniert nicht. Dann ist da schnell das schlechte Gewissen und tatsächlich das Gefühl, versagt zu haben. Ich habe manchmal sogar überlegt, ob ich wirklich die Tür öffnen soll, wenn es geklingelt hat. Weil vielleicht der Abwasch noch nicht gemacht war oder die Haare nicht perfekt lagen.

Auch so etwas ist, das perfekte Kind zeigen zu wollen. Verschwindet dein Pubertier nach dem Essen mit Gästen einfach vom Tisch oder räumt es doch heute den Tisch mit ab? Hast du Angst dich zu blamieren?

Dann lass dir gesagt sein:

Erstens wirst du es nicht jedem recht machen können.

Zweitens musst du das auch gar nicht.

Drittens, auch die anderen haben dieses Problem;-) und das kannst du mir glauben, ich höre es täglich bei der Arbeit mit meinen Klienten. 

 

Schau, was ihr wirklich braucht und was dir wichtig ist. Das kommt immer zuerst. Denn wenn du dich wohl fühlst, bist du weniger gestresst und dein Kind auch. Dann kommst du wieder viel besser an dein Bauchgefühl und genau dieses wird dir sagen, was für EUCH am besten ist.

KeepCool

Deine Daniela

P.S. Du möchtest auch endlich auf dein Bauchgefühl hören und bist es satt, ständig zu machen, was andere wollen? Dann lass uns daran arbeiten. Wie? Vereinbare hier dein gratis Kennenlern-Gespräch und wir finden es heraus.

Lektorat: Almut Switalla (Schreibcoach)

 

 

 

 

 

 

 

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