Es gibt eine wichtige Sache, die mich nach den Gesprächen mit Müttern immer wieder beschäftigt.

Warum kämpfen sie ständig mit ihren Kindern? Haben sie denn Kinder bekommen, um tägliche Kämpfe auszustehen und diese dann in jeder Hinsicht auch noch zu verlieren?

Es werden auf Biegen und Brechen versucht, Dinge durchzusetzen, die oft noch nicht einmal wirklich einen Sinn haben, oder gar nicht Aufgabe der Eltern sind, diese durchzusetzen.

 

Warum kannst du nicht gewinnen?

 

Nehmen wir an, du möchtest, dass dein Kind unbedingt bessere Noten schreibt. Du kündigst also an, nur wenn du einen bestimmten Notendurchschnitt hast, darfst du mit auf Klassenfahrt. Nun tritt mit hoher Wahrscheinlichkeit ein, was zu befürchten war, das Kind schafft es nicht. Nun wirst du entweder inkonsequent und knickst ein oder Du setzt dich durch. Beides wohl eine sehr bescheidene Lösung von der niemand etwas hat. Bleibst du konsequent und hältst dein Verbot aufrecht, sorgst du einmal mehr für Frust beim Kind. Das verbessert sicher nicht euer Verhältnis, was in der Pubertät meist sowieso schon angespannt ist. Kind ist frustriert, steigert seinen Ärger auf die Eltern und die ganze Welt, es wird noch zickiger, respektloser und missgelaunter.

Was lernt es daraus?

Positiv und für’s Leben: gar nichts! Negativ und sofort: Mütter nerven, sind ungerecht und im schlimmsten Fall…die Liebe ist von meiner Leistung abhängig.

 

Was hast du davon?

Positiv: du hast dich durchgesetzt! „Toll gemacht!“ Negativ: Nur noch mehr Stress. Ein frustriertes Kind, was durch die Aktion nichts gelernt hat und demnächst noch viel mehr Ärger macht.

 

Genauso ist das mit vielen anderen Situationen auch.

Wenn du dein Zimmer nicht aufräumst, nehme ich dir das Handy weg. Ergebnis: Zimmer nicht aufgeräumt- Handy weg- Kind wütend und nichts gelernt. Oder: Zimmer aufgeräumt- Handy nicht weg(dieses Mal)-Kind wütend und fühlt sich erpresst und nichts gelernt.

 

Jaja, das ist ein Teufelskreis und du solltest wirklich zusehen, dass du da raus kommst! Für dein Kind und für dich und dein harmonisches Familienleben.

 

Beachte ein paar Dinge und du wirst sehen, das ist gar nicht so schwer.

 

  1. Frage dich immer, was macht meine Regel, mein Wunsch oder mein Anliegen wirklich für einen Sinn? Ist es mir tatsächlich so wichtig, oder warum möchte ich genau das jetzt auf Biegen und Brechen durchsetzen? Ist es das wirklich wert, deshalb Stress und Ärger zu provozieren?

 

  1. Zettel keine Kämpfe an, die du nicht gewinnen kannst! Auch wenn du dich für den Moment durchsetzt, ist da gar nichts gewonnen, sondern durch Frust und Stress entstehen nur neue Konflikte.

 

  1. „Zieh dir nicht die Schuhe von jemand anderem an!“ Einmal nicht die von deinem Kind. Heißt, wenn es seine Hausaufgaben vergisst, muss es selbst dafür gerade stehen und nicht du, also musst du das auch nicht ausfechten. Zum nächsten, nicht für die Belange anderer. Heißt, wenn z.B. die Schule möchte, das Junior nicht den Klassenkasper macht, dann müssen sie schauen, wie sie es in den Griff bekommen, da bringen Anweisungen und Auseinandersetzungen zu Hause gar nichts.

 

  1. Habe eine klare Linie und weiche davon nicht ständig ab. Wenn es z.B. immer klar ist, dass keine Sachen irgendwo in der Wohnung herum fliegen, dann ist das eben so und alle wissen das. Wenn du es allerdings zulässt und dir dann „plötzlich“ immer mal einfällt, es nun abschaffen zu müssen, dann wird garantiert ein unendlicher Kampf daraus.

 

  1. Prüfe dein WARUM!
    Warum ist dir das jetzt so wichtig? Oder ist es gar nur jemand anderem wichtig? Im letzteren Fall kannst du es getrost abhaken.

 

Deine Familie ist keine Kampfgruppe und dein Umfeld kein Schlachtfeld.

Hör also auf mit deinem Kind zu kämpfen!

Erinnere dich daran, was du für sie und für dich in Zukunft möchtest.

Betrachte euch als eine Art Team.

Ein richtig gutes Team. Jeder hat seine Stärken und Schwächen und trägt zum Funktionieren bei, so wie er im Moment gerade kann. Die anderen akzeptieren aber auch, wenn mal jemand nicht so gut kann. Also auch, wenn sich ein Teenagerhirn im Umbau und gerade im Ausnahmezustand befindet.

Außerdem braucht ein Team einen Teamleiter, der es führt. Aber nicht im Kampf, sondern einen, der/die es souverän durch ein spannendes Familienleben führt. Es geht nicht darum, wer der beste Kämpfer ist, sondern es geht darum, das Team durch eine spannende Zeit mit Höhen und Tiefen zu führen.

 

 

Ok, nun fragst du dich sicherlich, wie das nun sonst laufen soll. Dürfen die Junioren nun die Füße hoch legen und auf ewiges Verständnis hoffen und Prinz und Prinzessin der Pubertät sein?
Nein, natürlich nicht! Jedes Teammitglied muss sich auch etwas einbringen.

Kleines recht typisches Beispiel:

Im Zimmer deines Pubertierchens sieht es aus wie in einer Höhle. Überall Chaos, Klamotten, „Müll“ (zumindest in deinen Augen). Der Boden ist nicht mehr sichtbar und es riecht auch wie in einer Höhle.
Jetzt kannst du natürlich darauf bestehen und einen täglichen Kampf daraus machen, dass Ordnung ins Zimmer kommt. Wie schon erwähnt, diesen Kampf, kannst du nicht gewinnen. Erstens, weil er ständig auf´s neue beginnt, da nun logischerweise immer wieder Unordnung ins Zimmer kommt, denn es wohnt ja jemand darin.
Du kannst aber auch einfach die Regeln etwas anders anwenden und pubertätsgerecht umwandeln. Eine Regel könnte sein, dass nichts was irgendwie wieder lebendig werden oder eigene Kulturen bilden könnte, im Zimmer über einen längeren Zeitraum gelagert wird. Die wichtigste aber überhaupt ist: Klamotten, die gewaschen werden sollen, kommen dahin wo Mama sie zum Waschen haben möchte. Sind sie da nicht, werden sie auch nicht gewaschen. Das klappt in der Regel ziemlich gut, da Lieblingsklamotten schmerzlich vermisst werden. So musst du die Höhle auch nicht betreten, was die Kinder sowieso meist strikt verbieten.
Das kann ich auch nachvollziehen. Es ist ihr erstes eigenes Reich, was nur eben manchmal riecht und aussieht wie eine Höhle. Aber es ist ihres/seins und da darf eben auch Chaos sein. So viel Chaos wie eben auch im Kopf. Meistens lichtet sich das Höhlenchaos und es wird wieder ein Zimmer daraus, wenn das Chaos im Kopf auch besser wird.

In den anderen Teilen des Hauses ist natürlich die normale Familienordnung einzuhalten. Guter Kompromiss finde ich.
So musst du erst gar keine Kämpfe beginnen und übst gleichzeitig auch noch Loslassen und Verantwortung zu übergeben und dein Kind lernt, sie zu übernehmen. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen und ist ein Prozess, aber ein guter Prozess. Ohne Kampf und mit gegenseitigem Respekt.

KeepCool 
 Daniela

P.S. Du kannst Hilfe bei der Teambildung gebrauchen, jemand der dich unterstützt und begleitet? Du wünscht dir dringend Hilfe? Dann vereinbare hier dein kostenloses Kennenlerngespräch mit mir! Klick HIER!

 

Lektorat: Almut Swiltalla/Schreibcoach

Mitglied bei:

  • Es geht mir sooo viel besser seit wir geschrieben haben, ich lass jetzt einfach alles lockerer laufen und schau was passiert. Ich fühle mich ein bisschen wie befreit von einer großen Last. Vielen Dank nochmal für Deine Worte und die Beiträge die Du bei Facebook machst sind echt super. Ich halte Dich auf dem laufenden.. Liebe Grüße

    Comments

    comments

    Cathrin
  • …Daniela bleibt cool und kann mit einer Leichtigkeit und viel Verständnis den Druck nehmen immer alles richtig machen zu wollen….Daniela, toll das es Dich gibt und du mir gezeigt hast, was cool sein für mich bedeuten kann!

     

    Comments

    comments

    Alex
  •  

    Deine Art zu schreiben – und überhaupt weil man merkt, dass Du wirklich weißt, wovon Du sprichst – entlasten und geben gleichzeitig Hoffnung. Ich bin Fan <3

    Susanne Pillokat-Tangen

    Comments

    comments

    Susanne
  • Liebe Daniela, seitdem ich deine keep-cool-Tipps beherzige, hat sich die Lage an der Pubertätsfront entspannt. (mehr …)

    Comments

    comments

    Liz
Buche hier dein Blitz-Coahing