War das nicht erst  gestern, als noch alles in Ordnung war? Da habe ich meiner kleinen Prinzessin Zöpfe geflochten und die lose Strähne mit ihrer Lieblingsspange nach hinten gesteckt.

Komm ich jetzt auch nur in die Nähe ihrer Haare, kommt direkt: „Lass mich in Ruhe!“ Und seit Wochen meint sie, unbedingt eine rote Strähne haben zu müssen. „Alle dürfen das! Nur ich nicht!“ Überhaupt wird über alles und jeden endlos diskutiert.

Und ihr Bruder, gestern noch mein kleiner Cowboy, mein ständig plappernder Sonnenschein  , hockt nur noch in seinem Zimmer, redet nicht mehr, außer vielleicht: „Wann gibt`s was zu essen?“

Das Kinderzimmer ist völlig zugemüllt. Die Musik ist so laut, dass selbst die Nachbarn einige Häuser weiter noch etwas davon haben.

Im Hausaufgabenheft steht mehr von der Lehrerin als von den Junioren selber. Die Diskussionen werden immer länger und enden meistens mit „Lass mich in Ruhe!“, „Das ist mein Leben!“ und knallenden Türen?

Hurra, die Pubertät ist da.   

Ab hier kannst du ganz entspannt weiter hören oder lesen….

Eine befremdliche Zeit für Mama und Kind. Und das nicht nur beim ersten Mal. Auch beim 2., 3., … 10. Kind.

Aus dem süßen, knuddeligen Fratz wird fast über Nacht ein biestiges, bockiges Etwas. Mama und Papa verstehen die Welt nicht mehr.

Nicht nur die Probleme, auch die Kinder sind plötzlich ganz andere.                                                      Keep-Cool-Mama-klein

Die Kleinen plagen auf einmal Sachen wie …                                                                       

Hat der Süße aus der 7b mich heute angelächelt?

Liegt mein Pony so, dass er gut aussieht UND dass man den Pickel nicht sieht?

Warum hat Anna schon ihre Tage und ich nicht?

Die ersten Haare wegrasieren oder lieber nicht?

Wo verstecke ich die Kippen, dass Papa sie nicht findet?

Dann kommt Mama und fragt nach den Hausaufgaben? Hallo, wann sollte ich die denn machen?

Mama fühlt sich hilflos, weil sie nur vermuten kann, dass in Junior etwas rumort.

Und Junior weiß nicht, ob er/sie gerade Fisch oder Fleisch ist. Also kurz, es ist eine Zeit, in der alle Beteiligten an ihre Grenzen kommen. Da sind Streit, Wutausbrüche und blank liegende Nerven vorprogrammiert.

Und nun? Warten, bis es irgendwann vorbei ist, und hoffen, dass man es überlebt?

Nein, das musst du zum Glück nicht.

Ich kann mir gerade dein irritiertes Gesicht vorstellen 😉 Ja, du hast richtig gelesen. Elternregeln stehen auf dem Plan.

Wenn du möchtest, dass EURE Pubertät so entspannt wie möglich abläuft, solltest du bei dir anfangen. Du bist erwachsen. Du bist das Vorbild.

10 wichtige Regeln zum überleben, der Pubertät!

1.NIEMALS! über ein Problem, eine Meinung, Kleidung oder was auch immer lustig machen. Jetzt sind Dinge wichtig, die wir oft nicht nachvollziehen können und auch nicht müssen. Aber wir können sie respektieren oder wenigstens hinnehmen.  Es trifft einen Teenie bis ins Mark, wenn sich über ihn/sie in irgendeiner Weise lustig gemacht wird. Ironie, Sarkasmus und das Bloßstellen in jeder Form sind NO-Gos!

2.Offenheit: Redet über viele Dinge, auch die unschönen, in der Familie altersentsprechend und so offen wie möglich. Auch Eltern haben Probleme und sind nicht perfekt. Eltern sind Vorbild, aber nicht makellos und allwissend. Das müssen sie auch gar nicht. Ach ja, und auch Eltern haben Sex. Wenn Kinder es gewöhnt sind, dass Eltern nie wichtige Dinge vor ihnen und mit ihnen besprechen, bzw. so tun, als gäbe es sie nicht, werden sie auch nie ihre eigenen wichtigen Themen ansprechen. Schon gar nicht von alleine zu Mama kommen und reden.

3.Lobe, wovon du mehr möchtest! Wenn die Allgemeinsituation schon eingefahren ist, fällt es uns schwer, ein Auge für die guten Sachen zu haben. Oft sind es nur Kleinigkeiten, aber glaube mir, ein Lob öffnet das verschlossene Herzchen, immer ein kleines Stück weiter. Auch wenn es nicht gleich so aussieht. Ganz ehrlich, das geht uns doch auch nicht anders 😉

4.Keine Vorwürfe und Verallgemeinerungen. Bleibe bei Diskussionen immer beim Thema und der momentanen Situation. Sachlich, klar und eindeutig.
„Immer bist du … blablabla“ , „ Nie machst du … blablabla“ gehen zum einen Ohr rein und zum anderen wieder heraus. Das Ziel sind aber Lösungen, die brauchbar sind und in Zukunft auch             noch gelten.

5.Kompromisse eingehen: Mache ein Geschäft. Klar eins, das für beide Seiten o.k. ist. Das spornt an und übergibt ein Stück Verantwortung.
Statt z.B. einem strikten „Du bist um 22.00 Uhr zu Hause!“ könnte das Ganze so ablaufen: „Wann bist du zu Hause?“ So bekommt dein Kind die Möglichkeit, selber zu überlegen und eine realistische Uhrzeit zu nennen. Ein kleines bisschen Pokern wird es sicher 😉 Überlege, wie weit es für dich o.k. ist mitzugehen. „22.30 Uhr ist für mich auch o.k., aber unter der Voraussetzung, dass du pünktlich bist und ich mich auf dich verlassen kann.“  Trau dich, das funktioniert super.

Wichtig ist, dass diese Geschäfte nie zu langfristig abgeschlossen sind und das zu erreichende Ziel auch machbar für das Kind ist. Irgendetwas zu versprechen, was bei einem guten Zeugnis irgendwann am Ende des Schuljahres passiert, ist viel zu weit weg und dazwischen kommen viel zu viele andere Dinge, die es zu lösen gibt.

6.Eigene Entscheidungen. Ganz wichtig: So oft es geht eigene Entscheidungen treffen lassen. Sicher weißt du von vornherein, dass es manchmal die falsche oder nicht ganz richtige ist. Aber gerade Teenager verlangen ja regelrecht danach. Sicher fallen sie dabei auch mal auf die Nase, aber dann bist du immer noch da zum Auffangen, falls das nötig ist.
„Aus Fehlern wird man klug, darum ist einer nicht genug.“ Da ist schon etwas dran.

Klar neigen wir Mamas dazu, unsere Kinder vor allem beschützen und retten zu müssen, aber wir tun ihnen damit nicht immer einen Gefallen. Sie bekommen das Gefühl, dass man ihnen nichts zutraut. Nur ein Mensch, dem man etwas zutraut, bekommt auch Selbstvertrauen.

Das steht dann ganz eng im Zusammenhang mit dem nächsten besonders wichtigen Punkt.

7.Vertrauen! Du wünschst dir, dass du deinem Kind vertrauen kannst? Dann vertraue ihm. Das beruht immer auf Gegenseitigkeit. Wenn dein Kind merkt, dass du ihm vertraust und es dir vertrauen kann, wird es so wenig wie möglich dein Vertrauen missbrauchen wollen. Klitzekleine Ausrutscher beim Austesten der eigenen Grenzen wird es sicher geben. Wir sind ja in der Pubertät.
Ganz anders sieht das bei Verboten aus. Die schreien regelrecht danach, nicht eingehalten zu werden. Verbotene Dinge sind immer sehr spannend.

8.Keine Spielchen! Wer sich auf der Nase herumtanzen lässt, um Konfrontationen aus dem Weg zu gehen, lässt sein Kind ins Leere laufen. Es fehlt das Gegenstück , das Grenzen setzt. Das Kind hat keine Möglichkeit, sie zu testen, und bekommt nicht das Gefühl für sich selbst. Nur wer konsequent ist, ist für sein Kind verlässlich und berechenbar. Konsequenz gibt Sicherheit. Genau das ist es, wovon Jugendliche viel brauchen, um sich in ihrer momentan extrem verändernden Welt weiterentwickeln und behaupten zu können.

9.Lass mich in Ruhe! Der Lieblingssatz vieler Teenager. Genau das ist es auch, was sie brauchen. Wenn du merkst, der Ofen ist gerade aus, dann lass sie/ihn wirklich in Ruhe. Sie brauchen die Zeit, um die ganzen schwierigen Dinge mit sich selber zu klären oder mit der Freundin oder dem Kumpel. Gib so oft es geht die Möglichkeit dazu, auch wenn du es nicht verstehst.

10.Liebe. Und zwar in ausnahmslos jeder Situation.

„Liebe mich dann am meisten, wenn ich es am wenigsten verdient habe, denn dann brauche ich es am nötigsten.“… Klick um zu Tweeten

Du musst nicht gleich alles auf einmal umsetzen und alles wird auch nicht auf Anhieb klappen. Suche dir die Punkte heraus, die für dich am wichtigsten sind, und arbeite daran.

Übe dich in Geduld, es geht nicht alles von heute auf morgen. Aber du wirst sehen, wenn du dranbleibst, werden sich schon bald kleine Erfolge einstellen.

Fange noch heute an! Vergiss dabei nie, dein Kind liebt dich, egal, wie es nach außen aussieht.

 

Liebe Grüße Daniela

 

Wenn du noch Fragen hast, oder einfach deine Sorgen los werden möchtest, schreib mir einfach.Ich freue mich, über einen Kommentar von dir.

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