Ostern ist nun auch schon wieder vorbei für dieses Jahr und jeder hat die Feiertage auf ganz unterschiedliche Art und Weise verbracht. Doch eine Gemeinsamkeit verbindet leider viele Familien und das nicht nur an Ostern, sondern regelmäßig zu den Feiertagen, auch z.B. an Weihnachten. Es gibt Stress, Ärger und Streit. Die Tage, die besonders schön und harmonisch sein sollen, gehen völlig schief und übrig bleiben viel Frust und Traurigkeit.

Das ganze Jahr über gibt es in der PUBERTÄT-KeepCoolMama Facebookgruppe regelmäßig den Happy-Day. Ich frage dort die Mütter nach den schönen Erlebnissen mit ihren Kindern. Doch nach Ostern ist es den meisten schwer gefallen, hierzu etwas beizutragen.

Doch warum ist das so? Warum sind es ausgerechnet die Tage, die wir ganz besonders schön gestalten möchten, an denen es so oft eskaliert? Ich bin mir sicher, egal welches Familienmitglied man fragen würde, niemand würde sich das doch so wünschen.

 

Also woran scheitert es dann, wenn sich doch eigentlich alle dasselbe wünschen?

 

Es gibt 3 wesentliche Dinge, die mir dabei immer wieder auffallen und die den tollen, harmonischen und liebevollen Feiertagen im Weg stehen.

 

  1. Deine Vorstellungen

 

Wir haben eine Vorstellung davon, wie diese Tage ablaufen sollten. Meist haben wir das schon von unseren Eltern übernommen. Es gibt familiäre Traditionen und das ist auch etwas ganz tolles und in jeder Familie etwas besonderes. Um so wichtiger wird es uns. Der Ablauf ist sozusagen vorgegeben und wir bereiten ihn mit viel Hingabe vor, so wie es schon unsere Mütter und Großmütter getan haben. Wir kaufen ein, kochen und backen was das Zeug hält. Wir planen alle Tage super durch und laden zum Essen ein und sind natürlich Sonntagmittag immer bei den Eltern (hm…nur was ist mit den Schwiegereltern?). Wir verwenden extra viel Liebe für die Dekoration und bei der Auswahl der Geschenke. Das macht auch, vor allem mit Kindern und für Kinder, ganz besonders viel Spaß.

Natürlich ist das teilweise etwas überspitzt dargestellt oder jeder hat andere Prioritäten.

Doch lässt es nicht viel Platz für Veränderungen oder andere, eigene Vorstellungen. Der Partner z.B. hat ja nun auch eine Familientradition, die nicht unbedingt die Gleiche wie unsere ist.

Auch kann es dadurch sogar zu Terminstress kommen und das ist selten für ein harmonisches Miteinander zuträglich.

 

 

  1. Deine Erwartungen

 

Nun habe ich alles perfekt geplant, tage- oder sogar wochenlang geschuftet und vorbereitet und nun möchte ich natürlich, dass das auch jeder sieht und anerkennt. Ich ERWARTE, dass jetzt alles auch entsprechend toll und harmonisch läuft und ich ERWARTE, dass es alle am besten noch toller finden als ich. Ich ERWARTE, dass alle glücklich und zufrieden und mit einem strahlenden Lächeln am Tisch sitzen.

Damit baust du schon für dich einen Druck auf, der es fast unmöglich macht, dass diese Erwartungen auch zu 100% erfüllt werden können. Einen Druck, der sich auf die ganze Familie überträgt. Es braucht nur einen Nadelstich und peng, platzt der Traum von den schönen Feiertagen.

Vor allem Kinder können diesem Druck kaum standhalten. Sind sie dann noch in der Pubertät, eskaliert die Situation auch mal schnell.

 

  1. Du nimmst vieles persönlich

 

Hat es dann peng gemacht, gibt es Streit und es fallen oft Worte, die hinterher bereut werden. Können die Kinder dem Druck nicht standhalten oder haben sie an einem Feiertag einfach auch mal einen schlechten Tag, beziehen es viele Mütter auf sich und bekommen schnell das Gefühl, dass es ein Angriff auf sie persönlich ist. Sie sind dann unendlich traurig und enttäuscht. So entsteht schnell das Gefühl, dass niemand ihre Anstrengungen würdigt und sie nicht gesehen werden. Traurigkeit und Enttäuschung tragen nun wiederum wenig bis gar nichts dazu bei, um die Situation zu entschärfen und doch noch schöne Feiertage zu verleben.

 

 

Was nun?

 

Nehme für dich den Druck heraus. Gestalte die Tage für dich entspannter. Vielleicht kannst du dir sogar vorstellen, einige Punkte auf der “ Meine Vorstellungen-Liste“ zu streichen. Schau, wo du es für dich gelassener gestalten kannst. Möglicherweise gibt es ein paar kleine Neuerungen, die diese besonderen Tage, auf eine ganz neue Art und Weise, passender für dich und deine Familie, gestalten können. Überdenke dabei unbewusst übernommene Familientraditionen und prüfe, ob sie für deine Familie heute Sinn machen, wie sie euch dienen und ob sie für euch wirklich stimmig sind. Oder ob es nicht auch eine Möglichkeit wäre, eure ganz eigene Familientradition zu erschaffen, genau nach euren Wünschen und Vorstellungen.

Beziehe deine Familie mit in die Planung und in die Gestaltung der Feiertage ein. Befrage sie zu ihren Vorstellungen und Wünschen und trefft dann eine Entscheidung, die allen bestmöglichst dient. Somit entsteht erst gar kein Druck, der allein von dir ausgeht.  Und: auch an Feiertagen darf Zeit für Rückzug und Erholung jedes Einzelnen sein.

 

Gerade ältere Kinder fühlen sich schnell genervt von einem “Dauerprogramm”  oder “Endlosbesuchen” an den Feiertagen und möchten ganz gern auch mal Zeit einfach abhängen oder auch mit Freunden verbringen. Es kann hilfreich sein, zu schauen, dass es ausreichend individuellen Freiraum für jeden gibt, auch für dich.

 

ERWARTE NICHTS UND DU WIRST ÜBERRASCHT! Klick um zu Tweeten

 

 

„ERWARTE NICHTS UND DU WIRST ÜBERRASCHT!“

 

Dieses Sprichwort ist wirklich die Lösung für Nummer 2.  Das ist übrigens bei den Erwartungen an andere genauso, wie bei den Erwartungen an dich selbst.

Somit löst sich dann Punkt 3 fast von alleine. Wenn du nicht automatisch erwartest, dass alle das toll finden, was du machst, dann musst du es gar nicht als persönlichen Angriff werten, wenn es mal nicht so ist. Bitte um Unterstützung bei anfallenden Aufgaben, plant und macht die Dinge gemeinsam. Das entschäft die Erwartungshaltung auf beiden Seiten automatisch und stärkt das Miteinander. Hierbei bekommst du schnell Hinweise darauf, was deine eigenen, selbstkreierten Erwartungen und Vorstellungen sind, die vom Rest der Familie möglicherweise als gar nicht notwendig empfunden werden.

Manchmal sind wir doch auch selbst von gut gemeinten Dingen anderer überfordert und sind froh, wenn sie es uns dann nicht übel nehmen.

 

KeepCool 
 Daniela

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